OBD1 vs OBD2: Welchen Unterschied macht das für die Diagnose?

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OBD1 vs. OBD2:
welchen Unterschied
macht das für die Diagnose?

Bevor du ein Diagnosekabel oder -gerät kaufst, gibt es eine wichtige Sache zu wissen: Hat dein Auto OBD1 oder OBD2? Die Antwort ändert alles.

OBD, oder On-Board Diagnostics, ist das in deinem Auto integrierte System, das Sensoren, Steuergeräte und Motorbauteile überwacht. Wenn etwas nicht stimmt, generiert es die Fehlercodes, die du mit einem Diagnosegerät auslesen kannst.

Es gibt zwei Versionen. OBD1 erschien in den 1980er Jahren und war herstellerspezifisch und proprietär. OBD2 ist die standardisierte und universelle Version, die ab den 1990er Jahren durch Vorschriften vorgeschrieben wurde. Diese beiden Systeme werden nicht auf die gleiche Weise diagnostiziert.


OBD1 und OBD2: Die wichtigsten Unterschiede

Erste Generation
OBD1
  • ·Erschien in den 80er Jahren
  • ·Proprietäres Protokoll je nach Hersteller
  • ·Verschiedene Anschlüsse je nach Marke
  • ·Kein standardisierter 16-Pin-OBD-II-Anschluss
  • ·Nicht standardisierte Fehlercodes
  • ·Spezifische Werkzeuge für jede Marke
  • ·Wenig zugängliche Daten
Zweite Generation
OBD2
  • ·Ab 1996 in den USA, 2001 in Europa vorgeschrieben
  • ·Standardisiertes Protokoll zwischen Herstellern
  • ·Identischer 16-Pin-Anschluss bei allen Autos
  • ·Universelle Fehlercodes (DTC)
  • ·Kompatibel mit jedem OBD2-Gerät
  • ·Zugriff auf Motordaten in Echtzeit
  • ·Verfügbar bei allen neueren Fahrzeugen

Wann wird mein Auto auf OBD2 umgestellt?

Das Datum hängt von deinem Land und der Art der Motorisierung ab.

Region Benzin Diesel
Vereinigte Staaten 1996 1996
Europa (Benzin) 2001 2004
Frankreich und EU (Diesel) 2001 2004
Achtung Ausnahmen Einige Hersteller haben OBD2 vor der gesetzlichen Verpflichtung eingeführt. Andere haben auch nach 2001 bei bestimmten Modellen proprietäre Anschlüsse beibehalten. BMW zum Beispiel verwendet bei Modellen, die bis 2002 produziert wurden, einen 20-Pin-Anschluss. Das Datum allein ist nicht ausreichend: Man muss die genaue Karosserie überprüfen.

Was du mit OBD2 tun kannst, was du mit OBD1 nicht konntest

Fehlercodes lesen und löschen

Bei OBD1 sind die Codes proprietär: Ein P0300-Code bei einem BMW hat nicht dieselbe Bedeutung wie bei einem Renault. Bei OBD2 sind die DTC-Codes universell. P0300 bedeutet „zufällige Zündaussetzer“ bei allen Marken, überall auf der Welt.

Echtzeitdaten

OBD2 bietet Zugriff auf Dutzende von Live-Parametern: Motordrehzahl, Wassertemperatur, Einspritzdruck, Lambdasonde, Zündverstellung. Bei OBD1 sind diese Daten je nach Hersteller entweder unzugänglich oder sehr begrenzt.

Aktuatortests

Bei einem OBD2-Fahrzeug kannst du bestimmte Komponenten direkt vom Diagnosegerät aus steuern, um deren Funktion zu überprüfen: Kühlerrelais, Einspritzdüsen, Tankentlüftung. Bei OBD1 ist dies ohne spezifisches Herstellertools unmöglich.

Kompatibilität der Werkzeuge

Bei OBD2 kann jedes standardmäßige OBD-Kabel mit jedem Auto verbunden werden. Bei OBD1 benötigt man ein marken- und manchmal sogar modellspezifisches Kabel und Software. Aus diesem Grund benötigen ältere BMW-Fahrzeuge einen 20-Pin-Adapter, bevor ein OBD-Kabel angeschlossen werden kann.


Und die Hersteller, die ihr eigenes Ding abseits des Standards machen?

Auch bei OBD2 fügen einige Hersteller ihre eigenen Protokolle über den Standard hinzu. BMW verwendet je nach Generation D-CAN und später Ethernet DOIP. Volkswagen/Audi verwenden das UDS-Protokoll mit eigenen Erweiterungen. Toyota, Mercedes und andere haben ebenfalls ihre proprietären Schichten.

Ergebnis: Ein generisches 10-Euro-OBD2-Kabel ermöglicht dir den Zugriff auf grundlegende Motordaten bei jedem Auto. Um jedoch auf spezifische Steuergeräte (Getriebe, ABS, Airbag, Komfort...) und erweiterte Funktionen wie Codierung oder Neuprogrammierung zuzugreifen, benötigst du ein markenspezifisches Kabel und die entsprechende Software.

Zusammenfassend

OBD2 Standard = Zugriff auf grundlegende Motordaten bei allen Autos seit 2001. Für mehr (alle Steuergeräte, Codierung, Servicerücksetzung, Neuprogrammierung) benötigst du ein markenspezifisches Kabel und Software.


Woher weiß ich, ob mein Auto OBD1 oder OBD2 hat?

Drei Möglichkeiten, dies herauszufinden:

  • Das Erstzulassungsjahr: Benziner, die nach 2001 in Deutschland zugelassen wurden, sind OBD2. Diesel nach 2004 sind OBD2.
  • Der Anschluss: Schau unter deinem Armaturenbrett auf der Fahrerseite nach. Ein trapezförmiger 16-Pin-Anschluss = OBD2. Ein anderer Anschluss = OBD1.
  • Der GermanConnect Konfigurator: Gib deine Marke, dein Modell und dein Baujahr ein. Der Konfigurator sagt dir, welches Kabel du verwenden musst und ob ein Adapter erforderlich ist.

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